Made in China goes to Hamburg HfBK – Egle Otto

Guten Abend!

Morgen – am Mittwoch den 24. Februar – eröffnet die HfBK in Hamburg ihre Diplomausstellung 2010. Ich möchte Euch eine Künstlerin ganz besonders ans Herz legen (auch wenn sie nicht aus China kommt):
Egle Otto (Studienschwerpunkt Malerei/Zeichnen bei Prof. Anselm Reyle). Ihr findet Ottos Ausstellung in Raum 225. Ich bin mir sicher, dass wir in Zukunft noch viel von ihr und ihren Bildern hören und sehen werden.

Hier ein kurzer Text, den ich für das Programmheft verfasst habe (das gesamte Programm findet ihr auf der HfBK Website http://www.hfbk-hamburg.de/index.php?id=diplomausstellung):

“Egle Otto hat einen guten Blick für Situationen und ihre emotionale Bedeutung. Ihre Bilder erzählen zunächst ganz alltägliche Geschichten: Eine Gruppe junger Städter geht fröhlich im Wald spazieren; ein kleines Mädchen balanciert gefährlich nah am Rande einer Klippe; acht junge Maler sitzen harmonisch beisammen. Die Bilder wirken anfangs harmlos, doch je länger man den Blick verweilen lässt, desto widersprüchlicher werden die eigenen Gefühle: Die Fröhlichkeit der Städter weicht einer wachsenden Melancholie über eigene vergangene Sommertage; die Sorge um das kleine Mädchen am Abgrund wird von Zuversicht abgelöst und der Gewissheit, dass ihr nichts passieren wird; die Harmonie zwischen den jungen Malern lässt die wütende Frage in einem wachsen, ob denn kein Platz für Malerinnen in ihren Reihen sei. So erweisen sich die Bilder als präzise Studien der Komplexität menschlicher Befindlichkeiten.

Otto erkennt die Bedeutung alltäglicher Situationen, erfasst deren emotionale Vielschichtigkeit und transferiert diese in eine offene Bildsprache, die Kommunikation einfordert. Intelligent spielt sie mit ihren Betrachtern und lädt diese zur Auseinandersetzung mit den eigenen Gefühlen ein. Ihre Bilder regen den Dialog an, denn sie lassen genügend Raum für eigene Interpretationen. Da ist kein erhobener Zeigefinger, der die Betrachtung lenkt. Wer sich auf den Dialog mit Ottos Bildern einlässt, wird daher vor allem erstaunlich viel über sich selbst erfahren.

Da ist zum Beispiel ein Storchenpaar, das die eigene Brut aus dem Nest stößt. Ein anderes Bild zeigt einen Frosch ohne Beine. Diese Bilder sind befremdlich, denn sie rütteln an tradierten Vorstellungen. Ein Frosch ohne Beine ist irgendwie gar kein richtiger Frosch. Und Störche – also die Vögel, die uns in Märchen unsere Babies bringen und nach deren Biss noch heute rote Hautflecken bei Neugeborenen benannt sind – würden doch nicht ihre eigenen Jungen in den Tod stürzen, oder etwa doch?

Egle Otto gelingt es in ihren Bildern, verschiedene Bedeutungsebenen übereinander zulegen. So hinterfragt sie normierte Sehgewohnheiten und lädt ihre Betrachter in ungewohnte Bildwelten ein. Dabei bedient sie sich durchaus tradierter Sujets der Malerei allen voran der Natur in all ihren Spielarten. Neben Fröschen, Störchen und Möwen lassen sich in ihren Bildern auch Blumen und Pferde finden.

Mit dem Bildmotiv Pferd stellt sich Otto einem Topos der Malerei. Schon die ersten Höhlenmalereien waren Pferdedarstellungen. Von der Antike über die Renaissance bis zur Neuzeit hatte das Thema des domestizierten Wildtiers stets eine enorme Bedeutung und einen hohen Verbreitungsgrad. Und auch die Moderne, allen voran Franz Marc, kam nicht ohne das Motiv des Pferdes aus. Die Geschichte der Malerei ist ohne die Darstellung von Pferden undenkbar.

Diese Verbindung knüpft auch Otto in zwei ihrer Bilder, in denen sie die Malerei symbolhaft dem Pferd gleichsetzt. Auf dem einem Bild ist ein Maler dargestellt, der der ungezügelten Wildheit seines Rosses nicht mehr standhalten kann und stürzt. In expressiven Pinselstrichen bäumt sich sein Pferd auf, und Otto verdeutlicht hier die rohe Gewalt der Malerei, die den einstigen Meister ungestüm abwirft. Auf dem zweiten Bild sieht man eine junge Malerin, vielleicht die Künstlerin selbst, die aufrecht auf ihrem Pferd sitzt, das in einem aufregenden Farbenrausch vorbei galoppiert. Wild, aber im Zaum gehalten, harmonisieren hier Pferd und Reiterin. Das Tier ist bezwungen und zumindest für den Moment herrscht Einklang zwischen Tier und Mensch.

Das Urmotiv Pferd steht in beiden Bildern sinnbildlich für die Malerei selbst. Wie ein Pferd ist auch diese wild und unbändig. Doch mit List und Liebe kann sie ebenfalls vom Menschen gezähmt werden. Künstler und Künstlerin können lernen über die Malerei zu herrschen wie Reiter über Ross, doch es gehört Mut und viel Ausdauer dazu. Und man darf keine Angst vorm Stürzen haben. Egle Otto ist hier ein aufschlussreiches Gegensatzpärchen gelungen, das in seiner Bedeutung weit über den ersten Eindruck hinaus geht.”

Viel Spaß beim Selber-Anschauen.

Sonja

Link: http://www.hfbk-hamburg.de/index.php?id=diplomausstellung


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Young Chinese Artists: The Next Generation/ Transition

Guten Abend!

Es freut mich sehr Euch heute ein Buch mit dem Titel Young Chinese Artists: The Next Generation von 2008/2009 vorzustellen und ganz besonders schön ist, dass dieses Buch Künstler bespricht, deren Arbeiten wir schon 2006 in der Ausstellung Made in China: Young Art and Fresh Film from Beijing gezeigt haben: Das Pekinger Künstlerduo TA MEN und Li Hui.
Zu sehen waren bei Made in China Li Huis Videoarbeit Renewing Jeep (3 min, 2005) sowie eine schwarzweiß Fotografie seiner ungewöhnlich mobilen “Skulptur”. Und in der U-Bahn Station Rosa-Luxemburg-Platz in Berlin Mitte zeigten wir auf 16 Riesenplakaten Reproduktionen der Serie Their Girl (seit 2005) von TA MEN.
Für die, die das leider verpasst haben, hier ein paar Erinnerungsbilder sowie der Hinweis auf besagte Publikation inklusive Links auf die Artikel über “unsere” Künstler.
Viel Spaß!
Sonja

P.S.: Und Li Hui hat derzeit seine erste Einzelausstellung in Deutschland: Transition im Mannheimer Kunstverein vom 7. Februar bis 21. März 2010. Siehe dazu auch den Beitrag Transition: Crash-Installation im Mannheimer Kunstverein auf artmetropol.tv.

Buchtipp:
Young Chinese Artists: The Next Generation, Noe, Piëch, Steiner (Hrsg.), Prestel Verlag, 2008-2009.

Filmtipp:
http://artmetropol.tv/mediadetails.php?key=127bb3f66ae2ec5e113e&title=TRANSITION%3A+Crash-Installation+im+Mannheimer+Kunstverin

Links:
http://www.chinesische-gegenwartskunst.de/pages/portraits/tamen-wir-sind-die-anderen.php
http://www.chinesische-gegenwartskunst.de/pages/portraits/li-hui-whos-afraid-of-green-light.php
http://www.mannheimer-kunstverein.de/

http://www.artnet.de/magazine/reviews/aschmid/aschmid02-18-10.asp

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Nachrichten vom Riesen China @dctp.tv

Guten Abend!

Seit kurzer Zeit läuft auf dctp.tv die Themenschleife Nachrichten vom Riesen China mit 12 Videos. In gewohnter Manier führt Alexander Kluge interessante Gespräche mit Schriftstellern, Regisseuren, Politikern, Schauspielern… Es geht um Kunst, Bücher, Filme, ums Essen, Veränderung und Traditionen. Es lohnt sich…

Mehr Filme unter:

http://www.dctp.tv/#/nachrichten-vom-riesen-china

Sonja

Links:
http://www.dctp.tv

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Deutsch-Chinesisches Kulturnetz

Hallo zusammen,

heute gibt’s einen generellen Kulturtipp:
Wer Interesse am deutsch-chinesischen Kulturaustausch hat, sollte sich diese Seite bookmarken:

http://www.de-cn.net/

Hier gibt’s jede Menge Informationen rund um China, Deutschland und dazwischen…

Viel Spaß wünscht,
Sonja

Links:
http://www.de-cn.net/
http://www.de-cn.net/prj/flm/de2294831.htm

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CCTV 1

CCTV in progress…
Beijing March 2008…
by esmatike id.

Find more pics on:

http://gallery.mac.com/esmatike#100066&bgcolor=black&view=grid

So long,
Sonja

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Détours – Santorini Super 8 Film Festival 2008

Bonjour,
in der akademischen Welt nennt man diesen Aufruf Call For Papers – hier muss es wohl folgerichtig Call For Films heißen. Gesucht werden Super 8 Filme für das Filmfestival Détours, das vom 20. bis 23. Juni 2008 in Santorini, Griechenland stattfindet.
Lest selbst:

“A maze of tiny streets and short movies. For a few hours, a few nights in June, short stories, moving images, words, colors, and black and white shots will adorn the white walls of the Greek village of Oia, in Santorini. Super 8 projectors will be scattered in different spots throughout the village. The white walls will become natural screens and images will be floating in the streets.
Get a map. Get lost. Wander around one of the most beautiful villages in Europe and enjoy short films from both amateur and professional filmmakers worldwide. You’re invited to share your work and join us in June when your entries will be viewed by an international audience, crossing language barriers and thus bringing people together to appreciate the not-so lost art of Super 8 filmmaking.
Send your films. Come see them. Enjoy the stunning landscapes of Santorini. And Happy Super 8 to all!”

Mehr Infos erhaltet ihr wie immer direkt auf der Website der Veranstalter:

http://www.festivaldetours.org/

Wer möchte nicht den eigenen Film auf diesen super-megaperls-wäsche-weißen Wänden sehen?! Also schickt fleißig eure Super 8 Filme ein – send in your Super 8 films!!!

À bientôt,
Sonja

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Re-Imagining Asia

Hallo zusammen,

heute habe ich einen Konferenztipp für euch: Das Haus der Kulturen der Welt (auch “Schwangere Auster” genannt) lädt ein zu einer dreitägigen Konferenz mit dem Titel:

Re-Imagining Asia – Neue Kontexte Konferenz
14.03.2008 – 16.03.2008

Erwähnenswert ist vor allem die Einleitung, die Homi K. Bhabha am ersten Konferenztag hält (Freitag 14. März um 19.30h) – ein wahrer Spezialist in seinem Fach. Bestimmt sehens- und hörenswert (http://de.wikipedia.org/wiki/Homi_K._Bhabha).

Mehr Infos zur Konferenz direkt vom Haus der Kulturen der Welt:

“Europa gilt es zu provinzialisieren, so das provokante Schlagwort des indisch-amerikanischen Historikers Dipesh Chakrabarty in seinem Buch „Provincializing Europe“. Im Zuge der Globalisierung, so Chakrabarty, ist es an der Zeit, anstatt Moderne und Tradition dualistisch entgegenzusetzen, verdrängte Geschichten in die eurozentrische Weltsicht einzuschreiben.
Auch der Kunstbetrieb neigt oftmals zur internationalen Arbeitsteilung: Für die Theorie sind dann westliche Beteiligte zuständig, für die zu betrachtende Praxis die Nichteuropäer. Dagegen stellen in der Konferenz zu Re-Imagining Asia asiatische Künstler und Theoretiker die vorherrschende (westliche) Deutungshoheit und Ausstellungspraxis zur Diskussion.
Wie lässt sich asiatische Kunstproduktion jenseits der eurozentrischen Sicht auf Globalisierung anders denken? Den Auftakt gibt Homi K. Bhabha, der mit seinem Konzept der Hybridität einen zentralen Beitrag zur postkolonialen Theorie leistet.

Programm
Fr 14.3., 19.30 h
Keynote: Homi K. Bhabha
Sa 15.3. 15-20 h
Panel: Ranjit Hoskoté, Dichter, Kunstkritiker, Übersetzer und Vorsitzender des PEN-Clubs Indien. Ming Tiampo, Kuratorin und Kunstgeschichtlerin mit dem Schwerpunkt zu Fragen kultureller Übersetzung und Übertragung
und die Künstler der Ausstellung Re-Imagining Asia: Parastou Forouhar, Deutschland, Michael Joo, USA, Sun K. Kwak, USA, Song Dong, VR China, Muneteru Ujino, Japan
So 16.3.
14 h Führung
15 h Abschluss-Statement: Ming Tiampo, Princeton University
Die Konferenz wird vom 17. – 18. März in London fortgesetzt.

Die Konferenz findet übrigens im Rahmen des gleichnamigen Festivals Re-Imagining Asia statt, das ebenfalls am 14. März startet und eine Ausstellung, Filme, ein Literaturfestival, Tanz, und Workshops für euch bereithält. Zu sehen ist das Ganze bis zum 18. Mai 2008 im Haus der Kulturen der Welt.

Interessante Asia-Wochen wünscht,
Sonja

Links:
http://www.hkw.de/de/programm2008/re_asia/_re_asia/projekt-detail_3_20699.php
http://www.hkw.de/de/programm2008/re_asia/_re_asia/projekt-detail_re_asia.php

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Berlin International: Ein chinesischer Tag

Guten Abend,

es freut mich sehr, euch heute ein kleines Stück China in Berlin präsentieren zu können: In der Reihe Berlin International von Felix von Boehm läuft der Beitrag Ein chinesischer Tag, der unter anderem auch unsere wunderbar witzige und sympatische Dan Tang featured.

Dan Tang hat beim Festival Made in China 2006 ihre beiden Filme Make Love in Heaven (2006) und The Autumn for Guoguo (2005) in der Kategorie Einblick/Ausblick: Chinesen im Ausland; ihr Blick auf eine neue Heimat gezeigt.

Hier ist sie also im Interview. Viel Spaß!
Eure Sonja

Bitte iframes zulassen

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Prix Ars Electronica – International Competition for CyberArts

Hallo zusammen,
wir wurden freundlich gebeten auf folgende Ausschreibung hinzuweisen, was wir hiermit gerne tun:

“PRIX ARS ELECTRONICA
- Einsendeschluss 7. März 2008 -

Der Prix Ars Electronica ist seit 1987 eine interdisziplinäre Plattform für alle, die den Computer als universelles Gestaltungsmedium in ihrer künstlerischen Arbeit an der Schnittstelle zwischen Kunst, Technologie und Gesellschaft einsetzen. Der Prix Ars Electronica ist eine der wichtigsten Auszeichnungen für Kreativität und Pioniergeist im digitalen Medienbereich. Er wird gemeinsam von der Ars Electronica Linz GmbH und dem ORF Oberösterreich in Zusammenarbeit mit dem OK Offenes Kulturhaus Oberösterreich und dem Brucknerhaus Linz veranstaltet. Die Goldenen Nicas werden jährlich innerhalb des Festivals Ars Electronica vergeben.
Ausgeschrieben in 7 Kategorien inklusive eines Jugendwettbewerbs und durch die Beteiligung von international anerkannten Künstlern aus über 70 Ländern bildet er ein Trendbarometer aktueller Medienkunst. Im Rahmen des Prix Ars Electronica vergibt das Ludwig Boltzmann Institut Medien.Kunst.Forschung (http://media.lbg.ac.at/de/index.php
) einen Preis zur Auszeichnung herausragender theoretischer Arbeiten zu Medienkunst.
Mit über 37.542 Einreichungen seit 1987 und einem Preisgeld von 115.000 Euro jährlich ist er der höchstdotierte Preis für Computerkunst weltweit. Es werden 6 Goldene Nicas, 12 Auszeichnungen und ca. 70 Anerkennungen, sowie der Media.Art.Research Award vergeben.
Der Prix Ars Electronica wird in folgenden sieben Kategorien ausgeschrieben und vergeben:

* Computer Animation / Film / VFX
* Interactive Art
* Digital Musics
* Hybrid Art
* Digital Communities
* u19 – freestyle computing
* Media.Art.Research Award”


Einsendeschluss
für den Prix Ars Electronica ist bereits der 7. März 2008. Also beeilt euch ein wenig und sendet eure Arbeiten schleunigst ein unter:
http://www.aec.at/de/prix/registration/index.asp

Mehr Infos bekommt ihr auf der offiziellen Seite:

http://www.aec.at/de/prix/index.asp

In English:
http://www.aec.at/en/prix/index.asp

or Chinese:

http://www.aec.at/cn/prix/cat_overview_simp.asp

Good luck to all of you! And let me know, if any of your work has won!
Best,

Sonja

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Made in China Interviewt by Documenta Dock

Moin,

letzten Sommer gab ich Guojing Zhou von der Kunsthochschule Kassel ein kurzes Interview, das im Rahmen der Documenta auf Documenta Dock veröffentlicht wurde. Es geht allgemein um das Ausstellungsmachen, die Anerkennung von Künstlerinnen heute, aber auch etwas spezifischer um die Gemeinsamkeiten zwischen chinesischer und europäischer Gegenwartskunst. Wer Interesse hat, sei herzlich eingeladen:

http://www.documenta-dock.net/#p128

Die Seite ist auch sonst sehr interessant. So wurden u.a. Vito Acconci, Juli Zeh, Bernhard Hoecker und Udo Kittelmann interviewt, um nur einige wenige zu nennen.
Mehr Infos direkt von den Machern der Seite; dort heißt es:

“documenta-dock.net ist eine Website zur documenta 12. Entwickelt wurde sie im Rahmen eines interdisziplinär angelegten Projekts an der Kunsthochschule Kassel. Kunst wird oftmals als sperrig oder hermetisch erfahren und muss daher mit vielen Widerständen rechnen. Unser Projekt ist ein Experiment, mit dem wir erforschen wollen, ob sich das Internet mit seinen spezifischen Möglichkeiten und Modalitäten anbietet, insbesondere die Auseinandersetzung von Jugendlichen mit den Fragen zeitgenössischer Kunst zu fördern. Dafür wurde primär auf der Basis von Video-Interviews gearbeitet, die über eine inhaltliche Verschlagwortung miteinander in Beziehung stehen.
Der inhaltliche Bezug zur documenta ist das Konzept des künstlerischen Leiters der documenta 12, Roger M. Buergel, der statt eines konsistenten Textes drei offene Fragen formuliert hat: Ist die Moderne unsere Antike? Was ist das bloße Leben? Was tun? Die von den Projektteilnehmern – 15 engagierte Studierende der Kunst- und Medienpädagogik, der Neuen Medien und der Kunstwissenschaft – vielfältig erweiterten Fragestellungen überschreiten das Feld der Kunst hin zu kulturellen, gesellschaftlichen und politischen Themen.
Bei den über einhundert geführten Video-Interviews geht es weniger um allumfassende Darstellungen, als um Statements, Überlegungen, Einstellungen oder auch um neu entwickelte Fragen. Die Interviewpartner stammen aus unterschiedlichen gesellschaftlichen Bereichen. Sie sind Künstler, Musiker, Schüler, Kuratoren, Kunstwissenschaftler, Journalisten, Kunstkritiker, Galeristen, Museumsleute, Studierende oder Sozialarbeiter. Projektziel ist ein Fundus von spannenden, erkenntnisreichen Aussagen und künstlerischen Beiträgen, die als Videoclips präsentiert werden und die durch das spielerisch konzipierte Interface und die semantische Verschlagwortung ein müheloses Eintauchen in die gedanklichen Weiten zeitgenössischer Kunst ermöglichen sollen.”

Viel Spaß wünscht wie immer,
Sonja

Link:
http://www.documenta-dock.net/

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